Reflexion statt Reflex

Strategisches Denken ist einer der kritischen Erfolgsfaktoren für Entscheider in technologie- und wissensbasiertem Umfeld.

Oder anders herum formuliert: zu wenig strategisches Denken und Handeln sind wesentliche Ursachen für das Scheitern von Personen, Projekten und Organisation in der Definition und Umsetzung ihrer Ziele.

Um Menschen und Organisationen erfolgreich zu machen bedarf es klare und richtungsweisende Entscheidungen

Um gute Entscheidungen treffen zu können muss man Zusammenhänge erkennen können, zukünftige Entwicklungen vorhersehen und die Änderbarkeit von Rahmenbedingungen einschätzen können. Diese Einsichten erlangt man leider nicht »im Vorbeigehen«. Sammeln von Informationen, analytisches Denken und das Entwickeln von Ideen und nachhaltigen Konzepten braucht Energie, Zeit und Ruhe. Dem entgegen steht der stetig wachsende Anspruch an immer größer werdende Produktivität von Organisationen und auch einzelnen Personen. Im teilweise irren Rennen zwischen Besprechungen, Telefonaten, E-Mails und dem hektischen Abarbeiten von Aufgabenlisten fällt einer der wichtigsten Produktivitäts- und Effektivitätsfaktoren oft unter den Tisch: den Überblick behalten. Wissen, worum es wirklich geht. Die Beteiligten kennen und einschätzen können. Chancen und Risiken bewerten und im Blick behalten. Fokus ist gut – ein zu enger Fokus gleicht aber einem »Tunnelblick«, der einem die Wahrnehmung des Ganzen und Veränderungen der Rahmenbedingungen nicht mehr möglich macht.

Reflexe sind als Entscheidungsgrundlage nur bedingt geeignet

Die Folge von zu wenig strategischem Denken sind Entscheidungen die weniger auf gründlicher Reflexion, sondern eher auf automatisierten Reflexen beruhen. Diese archaische Reaktion auf Herausforderungen hat ihre Berechtigung, sonst hätte sie die Evolution nicht hervorgebracht und immer weiter perfektioniert. Reflexe funktionieren besonders gut, wenn auf überraschend auftauchende Herausforderungen sehr schnell reagiert werden muss und ein bekanntes Handlungsmuster abgerufen werden kann, um der Herausforderung erfolgreich zu begegnen. So hat z.B. der vielzitierte Fluchtreflex beim Anblick eines Säbelzahntigers vielen unserer Vorfahren das Leben gerettet. Wenn aber die Rahmenbedingungen und die Herausforderung derart variieren und sich laufend verändern, wie sie es in unserer heutigen schnellebigen Zeit eben tun, sind schematische Reflexe oft nicht das geeignete Mittel, um mit Herausforderungen erfolgreich umzugehen.

»Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht.«

Aber selbst ausgiebigste Reflexion mit dem Ergebnis der Klarheit über Ziele, Beteiligte, Chancen und Risiken, usw. ist nicht der alleinige Schlüssel zum Erfolg. Ebensowichtig ist neben der Erkenntnis, dass man nicht alles machen kann, was denkbar und möglich wäre, die Fähigkeit und Bereitschaft, eine Auswahl aus den vielen Möglichkeiten zu treffen, die mit den in der Realität immer begrenzten Ressourcen (Zeit, Geld, Personen, Energie, …) sinnvoll umsetzbar sind. Es erfordert Mut, Zuversicht und Souveränität, eine Tür zu Gunsten einer anderen zu schließen. Man muss damit rechnen, später für seine Entscheidung kritisiert zu werden. Aber scheren Sie sich nicht um diejenigen, die sagen, sie hätten es „… von Anfang an gewusst …“. Wenn das so wäre, hätten sie besser rechtzeitig die Initiative ergriffen und ihr Wissen zum Wohle aller in Maßnahmen umgesetzt. Hinterher ist jeder schlauer. Auch die Befürchtung, durch eine klare Entscheidungen für oder gegen eine Alternative eine Chance zu verpassen, stellt zweifellos eine Hürde auf dem Weg zu sinnvollem strategischen Denken und Handeln dar. Es gilt, auch mit den damit verbundenen Risiken umgehen zu können. Als Faustregel gilt nach wie vor, dass das immanente Risiko, das auch eine wohlüberlegte Entscheidung mit sich bringt, in jedem Fall geringer ist, als wenn keine klare Entscheidung getroffen wird und begrenzte Ressourcen auf zu viele Optionen verteilt werden. Selbst Entscheidungen, die im Nachhinein nochmals korrigiert werden, sind erfahrungsgemäß dem Erfolg und der Effizienz  zuträglicher als solche, die gar nicht erst getroffen werden und damit die eigene Organisation und das Umfeld lähmen oder überlasten. Investieren Sie ausreichend Zeit und Energie, um strategisch zu denken und zu handeln. Um wirklich erfolgreich zu sein, reicht es eben nicht, Dinge richtig zu machen – man muss darüber hinaus auch die richtigen Dinge tun.

»hard work is OK, but zmart work makes the difference«

Gerne unterstützen wir Ihre Organisation, Ihr Projekt oder Sie selbst bei der strategischen Ausrichtung und bei der Definition und der Umsetzung entsprechender Maßnahmen.